Geoinformation

Land- und Forstwirtschaft sind außerordentlich stark an den Raum gebundene Bereiche, deren Verwaltungen und Betriebe rationelle Lösungen zur Dokumentation, Verknüpfung und Laufendhaltung flächenbezogener Fachdaten (Standortdaten, Betriebsdaten etc.) benötigen.

Geoinformationstechnologie (GI-Technologie) hat sich als "die" Technologie zur Beantwortung raumbezogener Fragestellungen in allen Anwendungsbereichen etabliert. Dabei spielt insbesondere der Einsatz von Geoinformationssystemen (GIS) eine entscheidende Rolle bei der Erfassung, Visualisierung, Analyse und Präsentation von raumbezogenen Daten.

Durch neue gesetzliche Anforderungen, die den Einsatz von GI-Technologie obligatorisch fordern, z.B. durch die

  • EU-Verordnung Nr. 1593/2000 (InVeKoS-VO),
  • EU-Verordnung 761/2001 (EMAS II –VO; in diesem Zusammenhang der Aspekt Öko-Audit für die Landwirtschaft, auch Agrar-Öko-Audit bzw. Farm-Audit genannt) oder
  • Europäische Wasserrahmenrichtlinie (WRRL; Richtlinie 2000/60/EG des Europäischen Parlaments und des Rates)

hält GI-Technologie Einzug in zentrale Anwendungsbereiche der Land- und Forstwirtschaft. Vor diesem Hintergrund erhalten mit Blick auf die Einsatzschwerpunkte dieser Technologie in Verwaltung und Praxis die Aspekte:

  • Aufbau von Geodateninfrastrukturen der Länder, des Bundes (Geodateninfrastruktur Deutschlands - GDI-DE®) und Europas (Raumdateninfrastruktur der europäischen Gemeinschaft - INSPIRE) unter Berücksichtigung internationaler Standardisierungsmodelle (insbesondere ISO und der OGC1)
  • Entwicklung einheitlicher und mit Bund und Ländern abgestimmter land- und forstwirtschaftlicher Geodatenmodelle und Objektarten
  • Generierung kompatibler Geodatenbestände (z.B. landwirtschaftliches Schlagkataster und digitale Forstgrundkarte)
  • Nutzung zentraler GI-Basistechnologien wie Geodaten- und Mapserver und
  • Etablierung einheitlicher Informationsschnittstellen für den GI-Bereich

eine zentrale Rolle.

Der Koordinierungsausschuss Fachinformationssystem Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (KA FIS-ELF) sieht in der Nutzung der GI-Technologie einen länderübergreifenden Themenbereich mit hohem Koordinierungsbedarf.